Friday, May 25, 2012

Dini Mueter

Dini Mueter hätt e Kläralag besichtigt
Hätt alles wellä wüssä und zwar richtig
Hätt gfröget was, wieso und wägewarum
Isch kä Sekunde vu de Füehrig bliebe stumm

Si hätt all genervt mit ihrer blöde Frögerei
Allne hät si de Chopf gfüllt mit verbalem Blei
Si hätt sich z wiit übers Gländer ineglehnt
Da hätt si de Abgrund einfach innegähnt

Sie hätt gstramplet, gspeuzt, blagöret wie gspunne
Es göisigs Zeter Mordio zmitzt usem Stinkibrunne
Irgendwänn hätt sie bäget sie mögi nümmä
I all dem Scheiss chön si nüme schwümmä

S Läbe isch halt mängisch fäkal
Und seit: Ihr chönd mich alli mal
Bueb, dini Mueter isch vertrunke
Und hätt debi nach Gaggi gstunke

Angel

Wohin du auch gehst
Ich halt dich fest, Angelika
Wie oft du Adressen wechselst
Nummern ins Geheimnis ziehst
Ich halt dich fest, Angelika

Durch Dunkelheit und warmes Licht
Länder, Wüsten, Wälder, Seen
Hunderte von Meilen und noch viel weiter
Dein Geruch, Angelika, Fährte mir

Er treibt mich durch die Seelenhaut
Dir entgegen nur, Angelika, nur dir entgegen
Es leuchtet mir der dunkle Mond, ein heller Schein
Leuchtet mir den einen, nur den einen Weg

Über hunderte von Meilen und noch viel weiter
Damit ich endlich schlafen kann
Verstehst du mich, Angelika
Damit du endlich schlafen kannst

Wednesday, May 23, 2012

Das Mädchen vom Regenbogen

Das Mädchen vor mir im Uniladen
Bezahlt Textmarker in allen Farben
Macht es nonchalant und doch bestimmt
Folg ich ihm wie ein Stalker?
Zu erfahren, in welchen Seminaren
Es auf Worte malt?

Monday, May 21, 2012

Jessica, deiner sweetness, ein Monsterama

Hör mal hin, Jessica unter deine Decke verkrochen
Ein dumpfer Rachen, der hallend lacht
Dass du nie allein sein wirst, hat man dir versprochen
Horch, die Nacht hat dir was mitgebracht

Unsichtbare Tiere geräuschen sich durchs Haus
Stossen Köpfe gegen Keramik, kratzen Parkett
Zischeln deinen Namen, fahren die Tentakel aus
Und bald, schon bald sind sie an deinem Bett

Thursday, May 17, 2012

Prekäre Schnauze

Tropfend Löwenmäulchen
Stumpfe Zange, verrottet Punk
Zerschmelzend Fäulchen
Spiegel, Spiegel, krank, krank, krank

Shitty Stalak-, shitty Stalagmit
Atavatar, Totalrenovation
Schlundvorhof aus Scheisse, nur Shit
Rate Raten, Ratte, rate deinen Lohn

Kittel, gottgehälftet Höhlenhauer
Verrechne mich doch ins Prekariat
Fress dich mit kaputt’n Kauern
Steriler Wichser, Praxisschrat

Britisches Lächeln, Diana im Tunnel
Hofnarr Kunde, schwarz, schwarz, schwarz
Renn Forrest, Klassenfeind, renn schnell
Höllenviecher aus’m vierten Hartz

Monday, May 14, 2012

Geiles Wetter

Gelber Ball und Thermometer
Nass Gestänge, geiler Peter
Fleischgekrieche, Karneval

Tränen, Sintflut, Strassentanz
Dichtungsloch, nicht mehr ganz
Bei Trost, bei Trost, Sündenfall

Weisse Flakes und Panoramaschüssel
Ein Schäfchen mit nem Bauschenrüssel
Kuschelporn, Wiesenlore, Wolkenflow

Ein ganzes Universum schwarz zerzaust
Eisgranaten, scheissegeil die Himmelsfaust
Untergang, MG, Terror, Horrorshow

Flocken, Flocken, rote Socken
Alle Wetter, Wetter fett her rocken

An Emily

Von der Prärie
Der Biene auf dem Klee
Ein Klee, Emily
Der Traum und die Idee

Der Klee in deiner Hand
Träumen fällt heut schwer
Ich nehm dein weiss Gewand
Denn Bienen gibt’s nicht mehr

Sunday, May 13, 2012

Dein Strand

Für deinen Strand
Brauchst du nur Sand
Und ein wenig Land
Einen Traum und deine Hand
Damit laufe dann zum Amt
Und im Amt gegen eine Wand
Errichtet aus Kategorie und Kant
Bestimmt für Bürgers Tand
So setz dich an Enttäuschungs Rand
Schmeiss weg des Glückes Pfand
Und nenn die Welt eine Schand

Schneefallgrenze

Ein Schnee fällt bis zur Grenze hin
Darunter einer, der nach dem Meere schielt
Dabei in den Himmel sieht
Weise mit der Zukunft spielt

Ein Sinken und ein Steigen
Ein Schnee macht Politik
Verschneit, fallbeilt, zerteilt das Land
Ein Strateg verschiebt immer wieder neu
Und vor den Bildschirm geschlagen ein Volk
dem Seher lauscht ganz Bann

Thursday, May 03, 2012

L.

L. ist nach dem Tod seiner Frau an der Trauer gestorben.

Ertrunken in seinen eigenen Tränen.

Panisch in alle Richtungen schlagend sehnte er sich plötzlich nicht mehr nach seiner Frau, sondern nach Sauerstoff.

Wie viel romantischer wäre es doch gewesen, wäre er ganz zerflossen.

Und dann gewissermassen in Platonie zur Sonne oder einer andren grossen Lampe weggetrocknet. Einfach so.

Anstelle dieser aufgedunsenen Horrorshow aus Obduktion, Aufbereitung und lieben Angehörigen.

Wenn man sich schon nicht lösen kann, sollte man sich doch zumindest auflösen dürfen.

Oder wie sehen Sie das?

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